Thomas Walter - der Gartenbotschafter im Naturpark Spessart

Kulinarisches -      verkosten Sie doch mal den Spessartgarten

Vieles ist in Vergessenheit geraten, doch so manches ist auch noch in guter Erinnerung oder wird gerade wieder entdeckt. Diese Erinnerung an das Alte Wissen zu bewahren und in die heutige Zeit zu übertragen und wieder zu nutzen -

es liegt auf der Hand z.B.

die Walderdbeere oder die Brombeere.


Essbare Wildpflanzen

Vor 200 Jahren gab es keine Gemüse- oder Obstabteilung im Supermarkt. Die Menschen hatten ein profundes, von Generation zu Generation erworbenes Wissen, über essbare Wildpflanzen und dass zu jeder Jahreszeit. Sie werden erstaunt sein, wie lecker, reichhaltig und gesund das Angebot an essbaren Pflanzen im Spessart ist.

So ganz im Vorbeigehen....


Wild aus der Region

Eines der besten Lebensmittel, die wir heute bekommen können, ist Wild aus der Region. Früher stand Wild nur dem Adel, der das alleinige Jagdrecht hatte, zu. Wilderei, also das Aneignen von Wild, stand unter höchster Strafe. Bis heute hat sich am Straf-Tatbestand der Wilderei nichts geändert. Doch es gibt immer die Möglichkeit an das schmackhafte und gesunde Wildbret (Wildfleisch) zu kommen. Dafür stellt der Spessart eine der besten Ressourcen mit seinem größten zusammenhängenden Waldgebiet in Deutschland zur Verfügung.

Achten Sie einfach auf das Gütesiegel "Wild aus der Region".

Eine ganz besondere Nahrungsquelle.


Waldpilze

Steinpilze, Pfifferlinge und Braunkappen. Hier gibt es sie. Die Stellen im lichten Schatten mit grünen Moosen, benetzt vom Morgentau sind ideal. Aber auch alte Baumstämme oder humose Laubböden, sind oft Garanten für das ergiebige Sammeln von schmackhaften Pilzen im Spessartwald. Die passen übrigens sehr gut zu allerlei Wildgerichten.

Ein Korb mit Fetter Henne, ein vorzüglicher Speisepilz.

Honig aus dem Bienenstock

Süßer Honig. Auch dafür ist der Spessart eine sehr gute Quelle. Wachsen doch neben den typischen Laubbaumarten wie Eiche und Buche, auch Nadelbäume wie Fichte, Tanne und Kiefer im Spessartwald. Gerade Fichten und Tannen liefern, unter Mithilfe von Schnabelkerfe,  den Bienen den Honigtau - den sie in Millionen von einzelnen Sammelflügen in den Bienestock transportieren und dort zu Honig weiter verarbeiten.

Speziell Waldhonig zeigt diesen Charakterzug im Geschmack.


Apfelwein (Äbbelwoi) und Apfelsaft Goldmarie

In und um Rodenbach findet man noch die typisch hessischen Streuobstfwiesen mit ihren alten Hochstamm-Apfelbäumen. Weiße und rosa Blüten im April und Mai, goldgelbe und rote saftige Äpfel von August bis Oktober. Goldparmäne und Rheinischer Winterrambour (bekannt seit 1650) sind hier anzutreffende Apfelsorten.  Dazu der Speierling, ein Wildobstbaum, dessen tanninreiche Früchte dem Apfelwein in sehr geringer Menge zugesetzt werden, typisch für die Apfelwein-Spezialitäten hier im weitläufigen Frankfurter Raum. Getrunken wird Abbelwoi aus dem Gerippte, ein besonderes Glas mit rautenförmiger Außenstruktur, denn früher hatte man oft kein Besteck und wenn man deftiges/fettes Fleisch aß, verhinderte man damit, dass einem das Apfelweinglas aus den Händen glitt.

Der naturtrübe Apfelsaft oder der naturtrübe Appelwoi,

schmeckt fruchtig und frisch,                                

wie der saftig-süße Apel von der Streuobstwiese.


Wein aus der Region - Wein aus Unterfranken

Rodenbach war schon oft "Grenzregion", wie auch heute noch zwischen Hessen und Bayern. Vor 2000 Jahren verlief der römisches Limes (UNESCO-Weltkulturerbe) nur knapp 3km von Rodenbach entfernt. Westlich dieses Grenzwalles lag das freie Germanien mit seinen Stämmen, dazu zählt auch Rodenbach. Östlich des Limes lag das römische Reich. Die Römer brachten den Weinanbau mit in diese Region, wie auch noch viele Bezeichnungen z.B. die Rodenbacher Wingert (= Rodenbacher Weingärten) heute noch kunden. Nicht weit von Rodenbach entfernt (ca. 7km Luftlinie), bereits in Bayern bzw. Unterfranken gelegen, liegen herrliche Weinberge mit Lagen wie Apostelgarten oder Urgestein an denen Riesling, Silvaner, Bacchus, Müller-Thurgau angebaut werden, und daß seit knapp 2000Jahren.

Typisch für die Region ist die besondere Wein-Flaschenform -

der Bocksbeutel.


Spargel, das Edelgemüse

Rodenbach hat Sandböden, die von der Kinzig über tausende von Jahren stetig angeschwemmt wurden. Dieser Boden ist leicht und locker und er erwärmt sich schnell, ideal für den Anbau des Edelgemüses Spargel. In den 70er Jahren war die Hochzeit des Spargelanbaues in Rodenbach, besonders im Ortsteil Niederrodenbach. Heute gibt es nur noch wenige Anbauer im Ortsbereich - aber die vorzügliche Qualität des Spargels ist geblieben. Mitte/Ende April, je nach Witterung, bis zum 24.Juni (Johannistag) ist traditionell Spargelzeit. Mit Sauce Hollandaise, Kochschinken und den ersten Kartoffeln - ein Genuss.


                    



WETTERGARDENS©